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Webauftritte deutscher Parteien im Test – erschreckende Ergebnisse

Die Redaktion des Onlineportals Getestet.de hat erschreckende Ergebnisse in ihrem Testbericht zu den Webauftritten der deutschen Großparteien zu Tage gefördert. Keine Partei konnte dabei wirklich überzeugen, einige sind sogar schlichtweg durchgefallen.

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Getestet wurden drei große Bereiche: die Profile der Spitzenkandidaten in den Social Networks, die Webseiten der Spitzenkandidaten an sich und die Internetauftritte der Parteien. Doch ein Wahlkampf 2.0, wie ihn Barack Obama vorgemacht hat, wird bei deutschen Politikern schmerzlich vermisst. Zwar posten die Wahlkampfteams von Merkel & Co. eifrig in die Profile bei Facebook und meinVZ/studiVZ, doch vom nötigen Know-How der Social Media Sprache und Welt ist leider nicht viel zu spüren, was sich unter anderem im Verhältnis von Qualität zu Quantität widerspiegelt.

Test“sieger“ ist die FDP mit einer Gesamtnote 3,7 (ausreichend), was teilweise nur durch den relativ hohen Persönlichkeitsfaktor eines Guido Westerwelles (z.B. Fotos vom Reitausflug in kurzen Hosen oder persönliches Interview im VZ) geschafft wurde. Das Hauptaugenmerk der Redaktion lag jedoch auf den Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Politiker und Wähler. Hierbei wurde bei fast allen Parteien ein ziemliches Chaos aufgedeckt. So antwortete Angela Merkel auf die Frage, wie sie mehr Arbeitsplätze schaffen wolle, mit: „… der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat seinen 60. Geburtstag nicht im Bundeskanzleramt gefeiert …“ Die Grünen, deren Seite unruhig und unübersichtlich wirkt, antworteten noch nicht einmal auf die Frage und so wundert es niemanden, dass sie zusammen mit der CDU auf den letzten Platz gerutscht sind – mit einem vernichtenden „Mangelhaft (4,5)“. Zwischen der FDP und dem Schwarz-Grünen Orkus orientieren sich die SPD und die Linkspartei. Mit teilweise ganz unterhaltsamen Geschichten zu persönlichen Informationen soll direkte Bürgernähe suggeriert werden, was in Einzelfällen jedoch sehr strauchelig wirkt. Am Telefon gab es bei allen Parteien häufig mangelhafte Auskünfte. Die Tester wurden teilweise falsch verbunden, schlichtweg ignoriert oder bekamen unqualifizierte, zum Teil unfreundliche Antworten.


Das Fazit: Politik spielt sich für die Parteien eben doch noch nicht im Internet ab. Würde der Wähler ausschließlich die Kommunikation mit den Parteien als Entscheidungsgrundlage nehmen, würde er wohl gar kein Kreuz machen. Daher raten wir den Wahlkampfteams, statt krampfhaften Internetwahlkampf a la Obama führen zu wollen, lieber einen Gang zurück zu schalten und auf Qualität denn auf Quantität zu achten.


Dieser Beitrag stammt von Karsten Runge von der Internetseite http://blog.buecher.de


1 Kommentar zu "Webauftritte deutscher Parteien im Test – erschreckende Ergebnisse"

  1. Hans Kolpak (1 comments) 30. Januar 2010 um 03:49 Uhr

    Es ist schon schmerzhaft, wie wenig so viele Leute für so viele Parteien auf die Beine stellen. Manchmal rollen sich einem einfach nur die Fußnägel hoch. Aber es ist wie im gesamten Netz. Die qualitative Bandbreite ist groß.

    Doch es selbst besser zu machen, ist eine echte Herausforderung. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß zu viele Köche den Brei verderben. Besonders schwer scheint es den Flickschustern zu fallen, bei ihren Leisten zu bleiben. Jeder möchte gerne schlau sein und auch einmal ein Kartenhaus bauen. Warum auch nicht?

    Selbst drupal läßt sich so miserabel konfigurieren und so schlecht einsetzen, daß das Potential des weltweit führenden CMS ausgebremst wird. Doch die Verwirrung beginnt im Kopf und nicht an der Tastatur.

    Als ich am 6. Januar 2010 das Projekt http://www.NationalPartei.eu startete, habe ich bewußt den 17. März 2010 als offiziellen Beginn festgesetzt. Das ist angemessen. Und all die Fehler der Piratenpartei und der ‘Partei der Vernunft’ brauche ich nicht zu wiederholen. Die Internetauftritte der anderen Parteien kann man getrost vergessen. Denn was bedeutet es schon, wenn eine etablierte Partei große Summen verpulvert und trotzdem erhebliche historisch gewachsene Mängel mit sich herumschleppt?

    Nicht nur müssen die Webstandards gewahrt bleiben, sondern den Besuchern und den Suchmaschinen muß die Arbeit gleichermaßen erleichtert werden. Es gibt immer noch Internetprojekte mit domain.de/index.php?dateiart=thema statt domain.de/Thema . Und die Webstandards werden wie im Jahr 2000 ignoriert, daß die Schwarte nur so kracht. So what? Zusammenfassend stelle ich fest, daß ein Kunstwerk nicht konsensfähig ist, weder optisch noch programmtechnisch. Entweder es gefällt oder es gefällt nicht.

    Der Kern jedoch ist der finanzielle Aspekt des Parteiprogramms: Gelingt es, in dreißig Jahren die Staatsquote von 50 Prozent auf 10 Prozent zu senken, dann haben wir alle mehr Geld und mehr Zeit. Und dafür eine absolute Mehrheit im Deutschen Bundestag zu erhalten, ist ein leichtes Spiel. So einfach ist das. Genauso einfach sollte die Internetseite einer Partei sein.


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Webauftritte deutscher Parteien im Test – erschreckende Ergebnisse

Die Redaktion des Onlineportals Getestet.de hat erschreckende Ergebnisse in ihrem Testbericht zu den Webauftritten der deutschen Großparteien zu Tage gefördert. Keine Partei konnte dabei wirklich überzeugen, einige sind sogar schlichtweg durchgefallen.

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Getestet wurden drei große Bereiche: die Profile der Spitzenkandidaten in den Social Networks, die Webseiten der Spitzenkandidaten an sich und die Internetauftritte der Parteien. Doch ein Wahlkampf 2.0, wie ihn Barack Obama vorgemacht hat, wird bei deutschen Politikern schmerzlich vermisst. Zwar posten die Wahlkampfteams von Merkel & Co. eifrig in die Profile bei Facebook und meinVZ/studiVZ, doch vom nötigen Know-How der Social Media Sprache und Welt ist leider nicht viel zu spüren, was sich unter anderem im Verhältnis von Qualität zu Quantität widerspiegelt.

Test“sieger“ ist die FDP mit einer Gesamtnote 3,7 (ausreichend), was teilweise nur durch den relativ hohen Persönlichkeitsfaktor eines Guido Westerwelles (z.B. Fotos vom Reitausflug in kurzen Hosen oder persönliches Interview im VZ) geschafft wurde. Das Hauptaugenmerk der Redaktion lag jedoch auf den Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Politiker und Wähler. Hierbei wurde bei fast allen Parteien ein ziemliches Chaos aufgedeckt. So antwortete Angela Merkel auf die Frage, wie sie mehr Arbeitsplätze schaffen wolle, mit: „… der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat seinen 60. Geburtstag nicht im Bundeskanzleramt gefeiert …“ Die Grünen, deren Seite unruhig und unübersichtlich wirkt, antworteten noch nicht einmal auf die Frage und so wundert es niemanden, dass sie zusammen mit der CDU auf den letzten Platz gerutscht sind – mit einem vernichtenden „Mangelhaft (4,5)“. Zwischen der FDP und dem Schwarz-Grünen Orkus orientieren sich die SPD und die Linkspartei. Mit teilweise ganz unterhaltsamen Geschichten zu persönlichen Informationen soll direkte Bürgernähe suggeriert werden, was in Einzelfällen jedoch sehr strauchelig wirkt. Am Telefon gab es bei allen Parteien häufig mangelhafte Auskünfte. Die Tester wurden teilweise falsch verbunden, schlichtweg ignoriert oder bekamen unqualifizierte, zum Teil unfreundliche Antworten.


Das Fazit: Politik spielt sich für die Parteien eben doch noch nicht im Internet ab. Würde der Wähler ausschließlich die Kommunikation mit den Parteien als Entscheidungsgrundlage nehmen, würde er wohl gar kein Kreuz machen. Daher raten wir den Wahlkampfteams, statt krampfhaften Internetwahlkampf a la Obama führen zu wollen, lieber einen Gang zurück zu schalten und auf Qualität denn auf Quantität zu achten.


Dieser Beitrag stammt von Karsten Runge von der Internetseite http://blog.buecher.de



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